Gästebuch 

Dieser Eintrag soll als Gästebuch für meine Website www.shoot-to-catch.de, für den Shop und natürlich auch diesen Blog dienen. 

Jeder der Fragen zu den Fotografien, Techniken oder Locations, Hinweise oder auch Anmerkungen zu den Seiten hat ist herzlich eingeladen diese hier zu teilen. 

Oder habt ihr Ideen für interessante Motive ? Dann her damit ;-)).

Ich freue mich von Euch zu lesen. 

meine Weiterentwicklung als Fotograf

Vor zwei Jahren habe ich begonnen mich aktiv mit dem Thema Fotografie zu beschäftigen. Ich kaufte mir eine gebrauchte Einsteiger Sony Alpha 200 und wollte damit testen, ob dieses Hobby etwas für mich ist.

 

Die Tatsache, dass ich heute hier schreibe beweist, dass dem wohl so war. Seit diesem Zeitpunkt habe ich zweimal die Kamera gewechselt (bin jedoch bei Sony geblieben)

Zu jedem Zeitpunkt dieser Entwicklung gab es Bilder die mich begeisterten und mit Stolz erfüllten. Bilder an denen ich gewachsen bin. Als ich kürzlich wieder einmal in Köln war fiel mir eins dieser Motive wieder ein (Der Klassiker – Blick über die Hohenzollernbrücke bei Nacht) und ich beschloss, das gleiche Motiv nochmal zu fotografieren um die Bilder mit einander zu vergleichen.

Zu Hause stellte ich dann fest, dass es sogar noch ein Drittes Foto gab, welches ich ganz vergessen hatte. Ich hatte also jedes Jahr mit einer anderen Kamera das Motiv abgelichtet. Der Vergleich hat mich mehr als nur überrascht, und ich möchte Euch gern daran teilhaben lassen.

11.11. 2015 ( Sony Alpha 200)

Unterschiede, die mir auffallen im Vergleich zumletzten Bild:

  • zu dunkel
  • unscharf
  • schief
  • toter Raum links vom Dom

25.01.2016 (Sony Alpha A58)

Unterschiede, die mir auffallen im Vergleich zum letzten Bild:

  • Die Schatten unter der Brücke sind schwarz und tod
  • Der Dom ist in Teilen überbelichtet und verliert dadurch an Details
  • Das Gebäude unten links am Rand stört die Komposition

13.06.2017 (Sony Alpha 77 II)

 

Was mich am meisten fasziniert ist der Schritt von 2015 zu 2016. Ich erinnere mich spontan, dass ich damals versuchte meine Fotos bei Fotolia hochzuladen und dieses Foto abgelehnt wurde. Zum damaligen Zeitpunkt konnte ich das gar nicht verstehen. Das Bild sah doch toll aus. Wenn ich mir das Foto jetzt anschaue, würde ich das auch ablehnen.

Was schließe ich daraus:

  • Fotografieren ist ein permanenter und nicht endender Lernprozess.
  • Es macht Sinn Motive aus der Vergangenheit nochmals abzulichten und diese Bilder auch einmal mit einander zu vergleichen
    • steigert das Selbstbewusstsein ungemein
    • zeigt auf, worauf es am Ende ankommt und fördert so die Aufmerksamkeit bei zukünftigen Aufnahmen

 

Wenn jemand von Euch hier noch etwas hinzufühgen kann oder möchte, dann würde ich mich sehr freuen. Dies betrifft zum einen die Unterschiede der Aufnahmen aber auch, die Erkentnisse, die sich darauf für den Betrachter und Fotograf erschliesen.

In diesem Sinne, viel Spass beim Lernen, Entwickeln und Wachsen.

 

Fototour durch Schottland 2017

 

Vorgeschichte:

 

Vor vielen Jahren war ich schon einmal dort. Und ich war fasziniert. Als ich dann meine Frau kennen und lieben lernte, war mir sehr schnell klar: „da muss Sie unbedingt auch mal gewesen sein“.

Als dann unsere Tochter Lilly im letzten Jahr den Wunsch äußerte, mal Urlaub mit dem Wohnmobil zu machen, haben wir die beiden Punkte verbunden und fertig war der Plan „Urlaubstour mit dem Wohnmobil durch Schottland“.

Jetzt ist Schottland zwar nicht soooo groß, aber auch nicht soooo klein, also wohin genau ? Keine Ahnung. Also Recherche. Das ist ja heut zu Tage, dank der Erfindung des Internets keine große Herausforderung.

 

Die Planung:

 

Während ich die ganzen tollen Fotografien im Netz gesehen hane, erinnerte ich mich, dass ich im Februar an der Ostsee in nur 5 Tagen 240 Bilder gemacht habe. Das ergab für mich eine klare mathematische Erkenntnis: Ostsee und 5 Tage hochgerechnet auf SCHOTTLAND und 16 Tage ergibt die Notwendigkeit einer zweiter Speicherkarte für meine Kamera.

Während ich mir eine Liste der für den Fotografen in mir interessantesten Lokations erstellte, organisierte meine liebe Frau einen Flug nach Glasgow und ich ein Wohnmobil in Edinburgh. Nun standen die wichtigsten Eckdaten fest und ich konnte mit der Feinplanung beginnen.

Zum Glück hatte ich noch einen Reiseführer aus meiner ersten Tour. Die dort enthaltene Straßenkarte (die hoffentlich noch halbwegs stimmt) hab ich an einer Pinnwand befestigt und meine Wunschziele markiert.

Mit Hilfe eines neu erworbenen Reiseführers kamen noch ein paar Plätze dazu und so entwickelte sich Stück für Stück eine Tour.  Mitten in der Planung ereilte mich die Erkenntniss, dass Schottland ja nicht nur aus Festland besteht , sondern es auch noch enorm viele Inseln drum herum gibt. Da muss ich auch mal einen Abstecher hin machen. Da ich nicht alle in der Planung berücksichtigen konnte , musste ich mich für eine entscheiden . Aus rein logistischen Gründen (es lies sich einfach in die bereits fertige Planung integrieren) entschied ich mich für die Äußeren Hebriden, die Inseln Harris und Lewis. Ein kurzer Anruf in Schottland bei der Ticket Hotline der Reederei und ich hatte die beiden Überfahrten gebucht. Der Nebeneffekt war eine riesige Vorfreude bald mehr von dem coolen schottischen Dialekt hören zu dürfen.

Und so sieht die fertige Planung aus :

Geplant ist, von Berlin Schönefeld nach Glasgow zu fliegen, dann mit dem Zug nach Edinburgh und von dort aus mit dem Wohnmobil durch die Highlands.

 

24.06.2017

 

Die letzten Vorbereitungen laufen. Ich gestehe, ich bin ziemlich aufgeregt. Wird die Technik funktionieren ? Spielt das Wetter mit ? Werd ich mir beim Fotografieren die Zeit nehmen um eine tollte Komposition hinzubekommen ? Wird meine Familie mit den durchs Fotografieren erforderlichen „Zwangspausen“ umgehen können ? Fragen über Fragen.

Zuerst einmal gilt es zu entscheiden was ich an Equipement mitnehmen will.

  • Kamera, ganz klar
  • Ein Stativ
  • drei Akkus
  • Zwei Speicherkarten
  • Objektive (11-17, 17-70, 70-300 und 150-600 sowie 105 Makro)
  • Zuzüglich diverser Kleinkram wie Reinigungsset, Ladegerät usw.

25.06.2017

Der letzte Tag, morgen gehts los. Ich kann meine Aufregung nicht verleugnen.

Die aktuell größte Herausforderung stellt das Gewicht dar. Zweimal 20kg plus Handgepäck stehen zur Verfügung. Das ist garnicht mal so viel. Da hilft es auch nur begrenzt, wenn ich mein Kamera-Zeugs zum überwiegenden Teil im Rucksack transportiere (der gefühlt allein die 20kg auf die Wage bringt, Lediglich mein Monopod und das 600er müssen in den Koffer.

Koffer sind gepackt und liegen innerhalb der Gewichtsanforderungen. Erste Hürde genommen. Jetzt kann ja im Grunde nix mehr passieren.

Die Aufregung weicht im übrigen der Euphorie.

26.06.2017

Flughafen Schönefeld erreicht.  Die Fahrt war entspannt und wir sind pünktlich angekommen. Bis dato läuft alles nach Plan.

Ausser dass die Wettervorhersage für Edinburgh meine Pläne für eine Nachtaufnahme etwas verkompliziert. Für morgen ist durchgehend mit Regen zu rechnen, was für eine Langzeitbelichtung alles andere als optimal ist. Ich werd versuchen das heute Abend noch zu realisieren. Dafür müssen wir allerdings erst einmal hin fliegen, was in Kürze passiert (hoffe ich).

Zwischenzeitlich ist aus der Hoffnung Realität geworden. Mit nur 45 Minuten Verspätung gehts ab nach Glasgow,

Hab ich schon mal erwähnt wie schrecklich Berliner Flughäfen sind ? Nein, nicht der, mit dessen Bau man begonnen hatte, kurz nachdem das Völkerschlachdenkmal in Leipzig fertig gestellt wurde. Wahrscheinlich ist der der angenehmste, eben weil er noch nicht in Betrieb ist.

Ich spreche von Tegel und Schönefeld. Auf dem technischen Stand von 1980 und mit einer Atmosphäre, die streckenweise eher an ein Schlachthaus erinnert als an einen Flughafen. Speziell der Wartebereich kurz vor dem Einsteigen hätte, wären hier Schafe oder Rinder und keine Touristen im Raum gewesen, einen Großeinsatz von Greenpeace oder anderen Umweltbewegungen auf den Plan gerufen. Auch kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass auf diesen beiden Verladeeinrichtungen in Sachen Brandschutz und Verkehrssicherheit auch nur halbwegs der Stand der Technik vorhanden ist.

Nichts desto trotz haben wir es in den Flieger geschafft. Der Platz neben mir ist frei (Jippie) und ich hab Platz um mich hier auszutoben, an meiner neu erworbenen Bluetooth-Tastatur mit amerikanischer Tastenbeschriftung (was etwas Gewöhnung erfordert, da mein Handy die deutschen Tasten erwartet und es ihm völlig Schnurz ist, was auf den blöden Tasten drauf steht.

Ich frag mich gerade, ob irgend jemand auf die idee kommt, dies hier zu lesen, mal abgesehen von Ausnahme meiner geliebten Frau Cathleen, die in Sekundenbruchteilen in der Lage ist jeden Rechtsschreibefehler (inkl. Kommefehler) aufzuspüren.  Falls irgendwer auf die Idee kommt, hier wäre jetzt der geeignete Zeitpunkt um sich mit einem freundlichen Kommentar an den Verfasser zu wenden. In diesem Sinne mach ich jetzt erstmal Pause. Ich will ja nicht hetzen.

Der Flug war sehr entspannt und der erste Spaziergang hat schon viel interessantes gezeigt. Edinburgh ist eine Stadt voller Geschichte. Und das sieht man überall (auch wenn ebenfalls einige Bausünden zu sehen sind). Da ich leider nicht die Zeit habe die ganze Stadt in Ruhe zu erforschen mach ich mich dann nochmal auf um die berühmte Aussicht am Calton Hill bei Nacht einzufangen. Ein absolutes Muss. Leider zwei Meilen von meinem Hotel entfernt, also hab ich schon einmal 1,5 Stunden Fußmarsch gewonnen.


Der hat sich, wie man sieht jedoch gelohnt. Egal, von welcher Seite man vom Hügel hinab blickt, in der jeder Richtung eröffnet sich ein herrlicher Blick, Auf der einen Seite (siehe oben) über die Altstadt und auf der anderen Seite über ein herrliches Uferpanorama auf die Bucht Firth of Forth. Ein Stativ ist hier, gerade wenn man Nachts oder in der Dämmerung unterwegs ist unerlässlich.

Aber auch in der Stadt gibt es tolle Motive. Der Blick von oben auf das Glasdach des Bahnhofs oder die angeleuchteten historischen Gebäude sind immer ein Pause wert.

27.06.2017

Heute hat es die meiste Zeit des Tages geregnet. Von leichtem Nieselregen bis hin zu Starkregen war alles dabei. Aus dem Grund, und wegen der gefühlt 100.000 Touristen habe ich die Kamera bei unserem Besuch von Edinburgh Castle lieber im Rucksack gelassen. Unter anderen Voraussetzungen gibt diese jedoch bestimmt ein tolles Motiv ab. Ein altes und ehrwürdiges Gemäuer.

Auf dem Rückweg, entlang der Royal Mile sieht man an jeder Ecke kleine Gässchen und Hinterhöfe. Ich glaube, dass ist ein Traum für jemanden, der sich auf Streetfotografie konzentriert. Dafür fehlte mir allerdings die Zeit (und wegen der vielen Touristen, auch die Geduld). Eine sehr interessante Ecke ist auch die Gegend um Grassmarket und Cowgate in der Altstadt.

Also gab es lediglich einen kleinen Abstecher in die St. Giles Cathedral, die Hauptkirche der Church of Scotland. Bereits im Jahre 854 stand an dieser Stelle eine Kirche. In der heutigen Form besteht sie seit 1495. Mit den vielen bunten Bleiglasfenstern und der gothischen Architektur absolut sehenswert. Eine Fotoerlaubnis kostet übrigens zwei Pfund, und wegen den eher schwachen Lichtverhältnissen ist ein lichtstarkes Objektiv von Nöten (mit Stativ würde ich in einer Kirche nicht anfangen, das kommt vielleicht nicht so gut an).


Mein Gesamteindruck von Edinburgh ist, dass diese Stadt aus fotografischer Sicht mehr Zeit verdient als ich bei diesem Besuch zur Verfügung habe. Es gibt schon jetzt einige Lokations, die ich mir fürs nächste mal vormerke. Dazu gehört der Hafen und die Brücken über den Leith im Nordwesten der Stadt aber auch der Holyrood Palace am anderen Ende der Royal Mile.

28.06.2017

Zweiter Tag und die erste Planänderung.

Grundregel beim Anmieten von Wohnmobilen: Durchlesen des Mietvertrages ! In unserem Fall ist uns das vorgeschriebene Zeitfenster zur Abholung des Fahrzeugs (zwischen 15:00 und 17:00 Uhr) nicht aufgefallen. Man war also mittelschwer überrascht, als wir kurz vor 11 Uhr an der Mietstation aufgetaucht sind.

Jetzt sitzen wir in dem Kaffee eines Gartencenters und warten auf den Anruf, dass wir die Kiste abholen können. Dies hat zur Folge, dass wir den Besuch der Forth Rail Bridge auf den Tag unserer Rückkehr nach Edinburgh verschieben.

Die Mietstation liegt übrigens recht weit außerhalb der Stadt. Einzige für uns sinnvolle Anreise war mit dem Taxi. Da unser Rückflug von Glasgow erfolgt, haben wir uns außerdem entschlossen, den Camper bereits am Vorabend abzugeben um am Tag der Abreise etwas entspannter zu sein. Zum Glück hatte ich einen Tag Puffer in meiner Planung eingebaut.

Wenn wir dann mal von hier gestartet sind, werden wir der A9 Richtung Glasgow folgen um von dort aus weiter Richtung Loch Lomond zu fahren. Auf halbem Weg zwischen Glasgow und Loch Lomond soll sich ein magischer Ort befinden, Finish Glen oder auch Devil’s Pulpit genannt. Dies ist ein kleines verstecktes Tal mit einem Flüsschen und ein paar kleinen Wasserfällen am Grund. Da der Ort in keinem Reiseführer geschweige denn in der Straßenkarte eingezeichnet ist, müssen wir ihn jetzt nur noch finden. Für mich auf jedenfalls eines der Highlights auf der gesamten Tour.

Nach dem ich schon nicht mehr damit gerechnet hatte sind wir doch noch während des Tages bis Finnich Glen gekommen. Den Einstieg zu finden ist nicht ganz einfach aber machbar. Da es im Netz einige gute Wegbeschreibungen gibt, erspare ich mir das hier.

Ein paar Hinweise hab ich dann trotzdem noch.

  1. Bitte robuste Kleidung tragen, die sowohl nass als auch schmutzig werden kann, beides ist beim Abstieg sehr wahrscheinlich.
  2. Der Abstieg erfolgt über eine 200 Jahre alte Treppe die sehr rutschig und an einigen Stellen nicht mehr als solche erkennbar ist. Der Weg ist also nur sehr begrenzt für Hunde, ältere Menschen und kleine Kinder geeignet.
  3. Die Lichtverhältnisse am Grund der Schlucht sind sehr dürftig. Ein Stativ ist somit unerlässlich. Außerdem habe ich mich entschieden mit HDR Belichtungsreihen zu arbeiten, um mehr Tiefe in die Aufnahmen zu bekommen.
  4. Der Anblick von dem Punkt, an dem man das Tal erreicht ist schon überwältigend jedoch lohnt es den Fluß zu überqueren. So ist z.B. der Devil’s Pulpit, der dem Tal seinen Namen gibt, nur von dort zu sehen. Dafür sind dann entweder Gummistiefel oder die Überwindung erforderlich, die man braucht um barfuß durch sehr kaltes Wasser zu waten. In Ermangelung an Stiefeln hab ich mich für letzteres entschieden.

Und so etwas erwarten dann den Besucher:


Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichten wir unser erstes Etappenziel am Loch Lomond, wo bereits Myriaden von Mini-Mücken auf uns warteten. Beim Fotografieren am Wasser sind die nicht wirklich hilfreich.


29.06.2017

 

Heute führt uns unsere Fahrt von Loch Lomond hinein in die Highlands in den Glencoe national park.

Die Fahrt entlang des Seeufers gestaltet sich durch die engen Straßen und vielen Kurven als sehr anspruchsvoll, vor allem für mich als ungeübten Links-, Wohnmobil- und vor allem Wohnmobil-Links-Fahrer.

Landschaftlich wird es erst richtig spannend, wenn man Loch Lomond hinter sich gelassen hat. Hätte ich an jeder Stelle gestoppt, wo mir danach war, wären wir den ganzen Tag unterwegs gewesen. Die Landschaft ist wirklich atemberaubend. Zerklüftete Berge unter tief hängenden Wolken, dazwischen kleine und grosse Wasserfälle, eben genau so, wie man sich die Highlands vorstellt.

Ganz nebenbei beglückwünsche ich mich für die Idee eine Regencape für meine Kamera zu kaufen. So war es mir möglich trotz des Dauerregens zu fotografieren und so diese tolle Stimmung einzufangen.


Unser Camp für die nächsten zwei Nächte befindet sich direkt neben dem Glencoe visitors center. Sehr freundlich, sehr gepflegt und mitten in den Bergen gelegen.

 

30.06.2017

 

Mit dem Sonnenaufgang-Foto ist leider nicht geworden, dafür war es viel zu bewölkt. Doch zumindest hast es aufgehört zu regnen.  So geniese ich den Morgen und bewundere die tolle Umgebung und die Wolken, wie sie an den Gipfeln der Berge entlang schaben


Für heute ist eine Wanderung durchs Lost Valley geplant. Leider war der Fußmarsch dort hin zu lang und um das Tal zu erreichen hätten wir erst noch einen Berg überqueren müssen. Da wir gesundheitlich etwas angeschlagen sind haben wir darauf verzichtet und sind zurück ins Camp.

Unterwegs war es trotzdem möglich ein paar schöne Aufnahmen zu machen. Ich glaube, ein schönes Motiv zu finden ist hier in der Gegend nicht wirklich eine Herausforderung. Diese besteht dann darin zu entscheiden, welches Motiv man weglassen kann (ganz besonders gilt dies für die zahllosen Wasserfälle von denen einer schöner ist als der andere


 

01.07.2017

 

Die Fahrt heute brachte mir eine Erkenntnis. Ein Fotografenleben wird nie ausreichen, um all diese Wunder, diese Schönheit festzuhalten, die es hier gibt. Ich könnte Jahrzehnte hier Fotografieren, und würde trotzdem täglich etwas neues entdecken.

Die heutige Etappe führte uns, bei bestem schottischen Wetter, quer durch die Nothwest Highlands zum meist fotografierten Gebäude Schottlands, dem Eileen Donan Castle. Da wir dieses noch während der Öffnungszeiten erreichen wollten habe ich mir Foto-Stops weitenstgehend untersagt. Als ich dann die Landschaft sah, durch die wir gefahren sind, habe ich diese Entscheidung gehasst. Ich habe selten etwas so atemberaubendes gesehen. Berge von sattem Grün durchzogen von silbernen Flüssen und im Tal ein Loch nach dem anderen in dessen glitzender Oberfläche sich die Berge spiegeln. Von Zeit zu Zeit brach die Wolkendecke kurz auf und ein Büdel Lichtstrahlen schuf eine leuchtende Insel am Boden. Faszinierend. Leider war ich meist damit beschäftigt unseren Mietpanzer zu pilotieren und somit konnte ich den Ausblick nur begrenzt genießen.

Auf halber Strecke machten wir kurz einen Abstecher zu Geschichte und Phantasie. Beides zu finden in Glenfinnan am Ufer des Loch Shield. Auf der einen Seite das Glenfinnan Monument im Angedenken an die gefallen Highlander im Kampf gegen einen unerwünschten König.


Auf der anderen Seite eine Brücke über die kleine und grosse Zauberlehrlinge regelmäßig ins Internat verfrachtet wurden, das Glenfinnan Viadukt. Letzteres, wurde durch das Wetter erst perfekt in Szene gesetzt. Bei blauem Himmel und Sonnenschein hätte man dieses Bauwerk wohl eher als Nachbildung in einem Vergnügungspark vermutet. So, sieht das jedoch schon authentischer aus.


Nun aber zurück zur Highlander Burg, die sich übrigens bis heute in Familienbesitz befindet (und noch die Einrichtung der letzten Bewohner beherbergt).


Wie ich gerade aus meinem Panzer-Fenster sehen kann, wurde dort gerade das Licht angeknipst,was mich daran erinnert, dass ich noch was vor hatte.

Ich muss also jetzt looooooooooooos !!!!!!

So. Auch dieser Ausflug war mehr als nur lohnenswert. Neben den netten Menschen, die ich kennen lernen durfte, ist mir auch dieser Anblick zur Teil geworden:

Die Tatsache, dass es in diesen Breiten zu dieser Jahreszeit nie richtig dunkel wird, führt dazu, dass die Blue Hour (die, wie der Name schon sagt, zu hause nur abends und früh ca. eine Stunde anhält) hier fast nahtlos von 23:00 Uhr bis 4 Uhr früh andauert. Ein Traum, wie ich finde.

 

02.06.2017

 

Heute werden wir das britische Festland verlassen. Wir überqueren die Isle of sky,  landschaftlich ganz anders als das, was ich gestern erlebt habe und doch auch sehr reizvoll. Das Grün weicht zunehmend einem Steingrau und die ganze Kulisse hat etwas düsteres (wozu auch das Wetter seinen Teil beiträgt).


In Uig fahren wir mit der Fähre nach Talbert auf der Insel Harris, was eine weitere Herausforderung im Pilotieren meines Wohnpanzers bedeutet.

Was uns landschaftlich auf der Insel Harris erwartet ist etwas, was ich zuvor noch nie gesehen habe. Die ganze Gegend ist überhäuft mit kleinen und großen Felsen. Wie auf einem anderen Planeten und das komplette Gegenteil von dem, was wir mit dem Festland hinter uns gelassen haben. Im Grund sieht es so aus, als wäre einem Riesen der Bauschuttcontainer umgekippt. Da es hier kaum Plätze gibt, wo man mit einem Sternenkreuzer gefahrlos anhalten kann, und es die meiste Zeit geregnet hat, gibt es leider keine Bilder, die dies dokumentieren können.

Bereits nach wenigen Minuten wechseln wir auf die Insel Lewis, und schon wieder verändert sich die Umgebung drastisch. Die Berge weichen zurück und machen einer ziemlich flachen und trostlosen Ebene Platz, auf welcher die Spuren vom Jahrhunderte langen Torfabbau mehr als deutlich zu sehen sind. Schön ist was anderes. Dazwischen immer wieder kleine Seen und überall leerstehende und teils vor sich hin sterbende Häuser. Ich glaube, diese Insel hat schon deutlich bessere Zeiten erlebt.


Nach dem wir die Insel einmal durchquert haben finden wir an der Westküste einen kleinen Campingplatz, auf dem wir uns für die nächsten zwei Nächte einquartieren. Zwanzig Gehminuten von hier entfernt, findet sich etwas, was ich in diesen Breiten nie vermutet hätte, ein Sandstrand (weder die Luft- noch die Wassertemperaturen laden jedoch zum Baden ein). Da die Blickrichtung genau Westen ist, kann man hier, wenn das Wettter damit einverstanden ist, bestimmt tolle Sonnenuntergänge fotografieren. Bei mir war es, wie man sieht, nicht ganz einverstanden.


 

03.07.2017

 

Ein ganzer Tag auf der Insel Lewis. Und was macht man, wenn man am Arsch der Welt ist, man macht einen Ausflug direkt dorthin. Naja, der Asch der Welt ist es noch nicht, doch zumindest der von Lewis. Und genau so heißt dieser nördlichste Punkt der Äußeren Hebriden “ Butt of Lewis“.


Die Küste ist faszinierend und lässt erahnen, welche Gewalten hier in Zeiten der Herbst und Winterstürme wüten müssen. Von denen bekommen wir heute zum Glück nichts ab. Hier ist wundervoller Sonnenschein und so wirkt mancher Strandabschnitt, mit dem feinen Sand und dem glasklaren Wasser als würde er eher eher in die Karibik und nicht ins nördliche Europa gehören.

Im Anschluss an unseren dreistündigen Spaziergang auf dem nachweisbar ältesten Gestein dieses Planeten machen wir noch einen Ausflug an einen Ort mit Geschichte, den 5000 Jahre alten Steinkreisen der „Callanish Standing Stones“, die zweitgrößten Ihrer Art in der Welt (nach Stonehenge.

Zur Feier des Tages statte ich der Küste noch einen Besuch ab. Da es heute den ganzen Tag sonnig war, sind die Chancen in Sachen Sonnenuntergang deutlich gestiegen.

Bingo !


04.07.2017

Bevor wir die Hebriden wieder verlassen machen wir noch einen Abstecher in ein Dorf, aus vergangenen Zeiten. Im Blackhouse Village kann man sehen, wie die Mensche hier auf der Insel noch bis in die Ende der 1960ger gelebt haben. Es muss ein recht hartes Leben gewesen sein. Ein sehr imposanter Anblick.


    Nebenbei lernen wir auch noch etwas über den Abbau von Torf und die Herstellung des berühmten Harris Tweet. Letzteres inklusive einer Live Demonstration an einem über 100 Jahre alten Webstuhl.

    Nun geht es nach Stornoway. Und schon wieder habe ich etwas gelernt: Dem Navi ist das Verhältnis zwischen Fahrzeug- und Fahrbahnbreite völlig egal. Es lotzt uns auf eine Strasse (einspurig), die ungefähr 30-40 cm breiter ist als unser Auto. Natürlich verläuft die Strecke nicht nur geradeaus, und natürlich kommt da auch mal Gegenverkehr. Nachdem wir auf dieser Piste ca. 16 Meilen zurück gelegt haben bin ich ziemlich verkrampft und durchgeschwitzt doch ich hab ich Sachen Fahrkompetenzen einiges hinzu gewonnen. 

    Nach einem kurzen Stadtbummel in Stornoway geht es auf die Fähre, wo ich mich die meiste Zeit von der Schlußetappe auf dem Feldweg erhole und schlafe.   

    Kurz vor der Eiinfahrt in den Hafen werde ich von Lilly geweckt und nachdem ich nochmal nach draussen gegangen bin gelingt mir dieses Foto:


    Ein Fischerboot was gerade seine Netze einholt, und ein Schwarm Möwen, der versucht seinen Anteil davon abzubekommen. Ich bin begeistert. 

    Wir gehen in Ullapool, einem kleinen Fischerdorf von Bord, wo wir auch übernachten werden. So haben wir noch Zeit für ein bisschen Bummeln und ein phantastisches Abendessen (mit einem der besten Rib Eye Steaks, die ich bisher gegessen habe … ever).

    05.07.2017

    Unsere Vorletzte Etappe Richtung Norden hat begonnen.  

    Wir verlassen Ullapool und fahren parallel zur Westküste Richtung Durness.

    Die Highlands haben hier wieder ein anderes Gesicht, welche mich sehr an die Hohe Tatra in der Slowakai erinnert. Weite Täler zwischen mit Moos und Flechten bedeckten Felsen. Die Strasse ist bis hierher recht gut ausgebaut und so kommen wir zügig voran.

     

    Auf halber Strecke, am bei der Hafenstadt (Stadt ?) Kynlochbervy soll es eine Bucht geben, in der sich Robben aufhalten, wir beschließen unser Glück zu versuchen und machen einen Abstecker dorthin. Leider ist die Ausschliederung sehr dürftig bis nicht vorhanden, und so fahren wir erst einmal eine Weile in die falsche Richtung. Und da sehen wir es endlich … etwas, nachdem wir bereits seit Tagen Ausschau und keinem nah genug gekommen sind … das Schottische Hochlandrind oder wie wir sie liebevoll genannt haben “ Lockenkühe“.

      

    Es wurde auch Zeit. Ich hatte schon befürchtet, dass es die garnicht mehr gibt.

    Unsere gesuchte Bucht haben wir schließlich dann auch noch gefunden. Nach einigem Warten und Suchen konnten wir dann auch noch, in weiter Ferne eine Robbe entdecken, die sich im Wasser treiben lies, und scheinbar Mittagsschlaf machte. 


    Von diesem unangemeldeten Fototermin war sie wohl nicht sonderlich begeistert, denn kurz nach dem Foto tauchte sie ab und ward fortan nicht mehr wieder gesehen.

    Also machen wir uns wieder auf den Weg gen Norden.

    Die letzten 20 km unserer Tour ist wieder einspurig, wodurch wir nicht all zu schnell voran kommen. Für eine so kleine Piste ist hier bemerkenswert viel Verkehr, dummerweise auch von vorn. Im Vergleich zu dem Trampelpfad auf dem wir gestern unterwegs waren ist es allerdings ne Schnellstrassse.  

    Gegen 16:00 Uhr erreichen wir unser heutiges Ziel, das Städtchen Durness, direkt an der Steilküste. Und so haben wir noch etwas Zeit die Sonne am Strand zu genießen.

    06.07.2017

    Ein Tag im Zeichen von Begegnungen mit „wilden“ Tieren.

    Unsere Fahrt beginnnt recht unspektakulär als wir uns auf den Weg von der West- zur Ostküste Schottlands aufmachen. Bereits nach wenigen Kilometern verlieren wir eine Fahrbahn, welche sich auch bis kurz vor dem Ziel nur zeitweise wieder einfindet. Das Fahren wird also etwas spannender gestaltet. Immer wieder müssen wir anhalten um entgegen kommende Autos passieren zu lassen. Der Höhepunkt ist eine Herde frei laufender Lockenkühe (schon wieder ? Ich hätte das gestern nicht schreiben sollen), die den größten Teil der verbliebenen Fahrbahn für sich beansprucht. Also tasten wir uns vorsichtig an diesen vorbei, immer mit der Befürchtung, dasss eine von denen die Geduld verliert und uns die rießigen Hörner ins Auto rammt. Kuh und Camper kommmen dann aber unbeschadet an ein einander vorbei. 

    Am Dunnes Head, dem nördlichsten Punkt des Britischen Festlandes machen wir kurz halt, da wir gelesen haben, dass es in der Bucht unterhalb Robben geben soll.  Da diese Lage-Beschreibung relativ unpräzise ist, suchen wir ne Weile herum und finden dann, als wir schon fast aufgegeben haben , noch eine träge Kegelrobbe, die gerade ein Sonnenbad nimmt (übrigens ganz in der Nähe von ehemaligen Landssitz der Königin Mutter, dem Mary’s Castle.


    Unsere Fahrt endet heute an einem der spektakulärsten Ort, den die Britische Küste hervorgebracht hat, Duncansby Head. Vor einer tiefen schroffen Steilküste ragen zwei Felsen wie riesige Haifischzähne aus dem Meer. Ein toller Anblick. Leider war es heute sehr dunstig, wodurch sich die Szenerie nur begrenzt gut fotografisch festhalten lies. Vielleicht lässt sich das ganze ja via HDR optimieren (werd ich zu hause am PC feststellen).


    Neben diesem Augenschmaus hält der Ort noch eine Überraschung bereit. Die steilen Klippen sind von vorn bis hinten und von oben bis unten mit Seevögeln verschiedenster Arten übersäht. Allein die Geräuschkulisse ist schon ein Erlebnis (der Geruch allerdings auch). Wir als ornithologische Leihen haben zwei verschiedene Möwenarten, Papageientaucher und Pinguine (vermutlich Felsenpinguine (war ja sehr felsig dort)). Ich hätte ohne Probleme stundenlang dort bleiben können um dieses Gewusel zu beobachten.

    07.07.2017

    Die Fahrt führt uns heute wieder nach Süden, immer entlang der Ostküste bis hinunter nach Inverness.

    Die Strecke selbst ist höchs unspektakulär. Seit langem gibt es wieder richtige Straßen und die Landschaft erinnert stark an Mecklenburg Vorpommern. Es gibt also kaum einen Grund für Zwischenstops und so kommen wir gut voran (was auch ganz gut ist, dann heute ist mit ca. 120 Meilen die bisher längste Tagesetappe. 

    Als wir dann doch, recht spontan, eine Rast anberaumen befinden wir uns gerade vor der Einfahrt zum Dunrobin Castle und beschließen es uns einmal aus der Nähe anzusehen. Das war, wie sich herausstelllte eine äußerst gute Idee, denn das Schloß ist wirklich ein Sehenswürdigkeit. Es befindet sich im Privatbesitz des Duke of Sutherland und ist toll erhalten und eingerichtet. Außerdem hat es noch einen wunderschön angelegten Park. Lohnt sich auf jeden Fall.

     

    Auf einem unserer letzten Zeltplätze erfuhren wir von einem anderen Camper, dass es kurz vor Inverness eine Bucht gibt,  und zwar am Chanonry Point, Lighthouse, bei den fast täglich bei einsetzender Flut Delfine zum Jagen in die Bucht und bis kurz vor den Strand kommen. Wir beschließen kurzerhand dort vorne zu fahren, in der Hoffnung einen davon zu erblicken.

    Eine kurze Internetrecherche ergab, dass es sich um Flaschennasendelphine handelt, dem letzen Schwarm in der Nordsee, und das sie bei einsetzender Flut erscheinen. Als wir die bucht erreichen sind noch drei einhalb Stunden bis zum Tiefststand. Trotzdem warten wir. Und bereits nach reichlich vier Stunden tauchen dann auch 3 oder vier Tiere auf, die jedoch zu anfangs recht zurückhaltend waren. Als ich genug Rückenflossenfotos gemacht hatte, wollten wir gehen, und in dem Moment passiert DAS …

      

    Was ein Glück. Zufrieden und erschöpft machen wir uns auf die Suche nach einem Zeltplatz, den wir, nach einem Fehlversuch auch schon 22:30 Uhr erreichen. Gute Nacht.

    08.07.2017

    Zu Beginn möchte ich eine Sache ganz deutlich betonen. Inverness und Loch Ness, das ist NICHT Schottland. Diese besondere Aura, die wir in den vergangenen Tagen täglich spüren konnten, hier ist kaum etwas davon vorhanden.

    Statt dessen werden hier busseweise Touristen von einer „Sehenswürdigkeit“ zur nächsten gekarrt, reiht sich ein Ramschladen am anderen und spürt man, dass es die Verkäufer und -innen einiges an Aufwand kostet ihre Freundlichkeit aufrecht zu erhalten (wofür sie mein vollstes Verständnis haben). Man kann diesen Ort bei einem Besuch Schottlands durchaus weg lassen, und ich finde, man hat nichts verpasst.

    Die Stadt Inverness ist einfach eine Stadt. Shopping, Imbissläden aller Nationalitäten, Touristen, Hektik, viele Autos zu wenig Platz. Das wars.


    Das Einzige, was mich aus fotografischer Sicht interessiert hat, war eine Einhorn-Statue im Stadtzentrum.


    Dann gibt es in der Nähe sogar noch etwas, was man nicht direkt und sofort mit dem Urzeitmonster Nessie in Verbindung bringt, welches sonst immer und überall present ist (wobei ich zugebe, dass eine Besuch des Loch Ness Museums recht interessant ist), das Urquhart Castle. Das Castle in Inverness selbst ist leider nicht zu besichtigen.

    Besagtes Urquhart Castle ist bereits seit 400 Jahren eine Ruine, an der sich die Befölkerung in den vergangenen Jahrhunderten auch bereits intensiv zur Beschaffung von Baumaterial bedient hat (so zu sagen der Hornbach des späten Mittelalters – nur das nix nachgeliefert wird).

    Das Fotografieren innerhalb der Burg ist zwar erlaubt, der Aufbau gibt auch einige tolle Motive ab, die permanente Anwesenheit von gefühlt 10 % der Weltbevölkerung wirken sich jedoch nicht gerade förderlich aus. Ich habe versucht, dass mit Langzeitbelichtungen (mit Graufilter) zu kompensieren, was jedoch der starke Wind sehr erschwert hat (trotz Stativ).

    Das Bild, was mir dann am besten gefallen hat, entstand von einem Parkplatz aus, welcher sich ein paar Kilometer Richtung Inverness befindet.  

    Auf Grund der Entfernung ist für ein solches Foto eine Brennweiite von mindestens 300 mm erforderlich. 

    09.07.2017

    Und weiter gehts nach Süden. 

    Der erste Teil unserer Fahrt ist erneut recht unspektakulär. Eine vierspurige Schnellstraße führt durch teils flache, teils hügelige Landschaften vorbei an nichtssagenden kleinen Ortschaften. 

    Nach der Hälfte der Strecke wird es deutlich bergiger, denn fahren wir in den Cairngern Nationalpark, ein beliebtes Wintersport- und Wandergebiet. 


    Außerdem gibt es in dieser Region die größte Ansammlung von schottischen Whisky Destillerien.  Wir entscheiden uns zum Besuch der einen, die ich bei meiner letzten Tour durch Schottland vor vielen Jahren schon einmal besucht habe, die Dalwhinny Destillerie. Damals habe ich deren Whisky erst durch den Besuch kennen gelernt. Zwischenzeitlich ist Dalwhinny Single Malt Whisky 15 Jahre einer meiner liebsten Whiskies geworden. 

    Bei der Dalwhinny Destillerie handelt es sich um die am höchsten gelegene Destillerie Schottland, welche einen sehr weichen Whisky herstellt. Die Führung ist sehr informativ und dank des urschottischen Guides auch sehr unterhaltsam. 


    Da der Tag noch jung ist, und der Whisky aus der Verkostung weniger wirkt als befürchtet, fahren wir noch 20 Meilen weiter bis zum Blair Castle, welches wir morgen besichtigen wollen. 

    Am Eingang zum Campingplatz grasen zwei stattliche schwarze Lockenbullen, denen ich morgen früh, sofern es nicht regnet, auch noch mal einen Besuch abstatten möchte.

    10.07.2017

    Die gestern zum Schluss genannten Bullen waren etwas uncooperativ, darum ist kein Bild gut genug geworden um hier ausgestellt zu werden.

    Die vorletzte Etappe führt uns heute auf einer Schnellstraße nach Perth (oder zumindest zu einem Campingplatz vor deren Toren.

    Zuvor besichtigen wir noch das Blair Castle, neben dem wir letzte Nacht unser Lager aufgeschlagen haben. Von außen wirkt die ehemalige Behausung vom Lord of Atholl (in dessen Besitz es sich zwar noch befindet, welcher jedoch in Südafrika wohnt) eher schlicht. 


    Innen ist es jedoch fantastisch restauriert und möbliert. Fotografieren ist hier leider nicht gestattet. Das Schloß umgibt ein großer schön angelegter Park in dem sich auch ein Gehege für Rothirsche befindet, denn die Jagt scheint seit jeher eine der großen Leidenschaften der Besitzer zu sein.

     

    Eine Besonderheit dieses Schlosses, vielmehr der Eigentümer-Familie gibt es auch noch. Der Lord of Atholl ist der einzige in Europe, dem es erlaubt ist, eine Privatarmee zu unterhalten. Hierbei handelt es sich um die Atholl Highlanders, mit einer derzeitigen Mannschaftsstärke von 125 Mann deren oberster Befehlshaber der amtierende Lord of Atholl ist, und welche nicht dem britischen Militär angehören. Das Recht wurde dem Lord von Königin Victoria verliehen, die von der Loyalität der Solden über alle Maßen beeindruckt war, als die Einheit ihr während eines Schottland Aufenthaltes als Leibwache zur Verfügung gestellt wurde. 


    Offiziell besteht die Aufgabe dieser Einheit im Schutz von Blair castle und der Umgebung. In der Realtät werden jedoch nur rein zeremonielle Aufgaben übernommen. Allerdings kämpften viele Mitglieder dieser Truppe als Unterstützung in beiden Weltkriegen.  

    Vor unserer Weiterfahrt wurde uns noch eine wundervolle Fügung zu Teil. Das Schicksal wollte es, das hier ein Outlet Center direkt neben einem für Fotografen sehr interessanten Wasserfall errichtet wurde.

    Während meine Ladys also die Kreditkarten aufheizten, konnte ich mir in aller Ruhe den sehenswerten Wasserfall anschauen und ein paar schöne Aufnahmen machen. 

     

    11.07.2017

    Das letzte mal. Dieser Satz zieht sich heute durch den gesamten Tag, denn morgen fliegen wir wieder nach hause.

    Das letzte mal Frühstück in unserem Camper. Das letzte mal steuern wir über schottische Straßen. 

    Bevor wir unseren Wohnpanzer, den wir alle vermissen werden, jedoch wieder zurück geben, holen wir den Ausflug zur Forth Rail Bridge nach, den wir am ersten Tag der Tour, auf Grund der Wartezeit in der Vermietungsfirma, gestrichen haben.

    Die Brücke ist ein beeindruckendes Bauwerk, und bei Nacht beleuchtet (mit Sicherheit auch sehr ansehnlich … vielleicht beim nächsten mal). Von der Südseite ist der Blick meiner Meinung nach um einiges schöner als von der Nordseite aus. Leider wussten wir das nicht, so dass ich zuerst zum Nordufer des Forth fuhr und dort auch einiges an Zeit verbracht habe. Am Südufer, welches ich dann trotzdem noch ansteuerte, habe ich dann nur ein Bild gemacht, um meine Familie nicht schon wieder warten zu lassen.


    Von der Panzervermietung lassen wir uns für 50 Pfund direkt nach Glasgow vor unser Appartement fahren. Das erspart uns einiges an Schlepperei zum Zug und vom Bahnhof hierher. Das Appartement selbst ist sehr gemütlich, und so legen wir eine kurze Pause ein, bevor wir nochmal zu einem Rundgang durchs Zentrum von Glasgow aufbrechen.

    Nach der Ruhe und Entspannung der Highlands ist mir diese Stadt um einiges zu hektisch und zu stark bevölkert. Es gibt zwar einige sehr schöne historische Gebäude, zwischen diesen wurden jedoch über die Jahre immer wieder neue Gebäude (einschließlich Shopping und Fast Food Tempel) errichtet, was dem Gesamteindruck nicht gut getan hat.  


    Es gibt allerdings auch einige tolle bemalte Hauswände ein bisschen versteckt in den Nebenstraßen, von denen ich eine zufällig gefunden habe.